Lieblingsorte

Zuletzt wurde ich wieder einmal gefragt, wo es mir in den USA am besten gefällt. Bei dieser Frage fange ich meist erst einmal an länger zu überlegen um dann keine wirkliche Antwort zu finden. Die Frage ist nicht pauschal zu beantworten und ist etwas sehr Persönliches. Obwohl Lebenspartner oft ähnliche Vorlieben haben, findet man nicht selten sogar schon in Partnerschaften zwei Meinungen zu einem Ort. Neben der persönlichen Verfassung, spielt auch das Wetter eine erhebliche Rolle. Erlebt man einen Nationalpark im Regen, hat er eine ganz andere Atmosphäre als bei Sonnenschein. Während im Winter die Wälder in Neu England trist und leblos sind, ist die Farbenpracht im so genannten Indian Summer unglaublich.

Zudem erstreckt sich das Gebiet der Vereinigten Staaten über so eine gewaltige Fläche, dass es dort fast alles zu finden gibt. Der unglaublichen Einsamkeit in Wyoming oder Utah, stehen die Straßenschluchten in New York City und Los Angeles gegenüber. Allein die Nationalparks in Utah, bieten eine schier unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichen Landschaften. Oft kann man innerhalb weniger hundert Meilen absolut klimatische Gegensätze erleben. 2015 hatte ich in Colorado Minustemperaturen, um wenige Tage später im Death Valley bei über 40 Grad zu schwitzen. Während im Süden der USA die Menschen oft sehr arm sind und oft in Wohnwägen wohnen, residiert man in den Neu England Staaten gern in Herrenhäusern.

Der vom Deutsch-Schwedischen Biologen Jakob von Uexküll getätigte Ausspruch: „Die Wissenschaft von heute ist der Irrtum von morgen.“ kann auch bei meiner Liste der Lieblingsorte angewandt werden. Solange ich nicht alles gesehen habe und das werde ich nie, kann die Liste immer nur der aktuelle Stand meines Irrtums sein. Ich versuche mich aber trotzdem:

San Francisco

Bei meinem ersten Besuch in den USA im Jahr 1998, war San Francisco die erste Stadt, die wir besuchten. Schon damals hat mich „The City by the Bay“ in ihren Bann gezogen. Weitere Besuche 2010 und besonders die Reise 2015, haben die Liebe zu dieser Stadt nur verstärkt. Besonders 2015, als ich allein unterwegs war, habe ich viele bisher ungesehene Orte besucht und dabei jede Minute genossen. Dem Zauber, den diese Stadt versprüht, kann man sich nur schwer entziehen. Sei es der Mythos Golden Gate Bridge, die bekannten Cable-Cars, Alcatraz oder der Pazifik. Das einzige was mich an San Francisco wirklich stört, die Stadt hat kein vernünftiges Footballteam 😉

Key West

Paradise USA, nicht weniger klein beschreibt sich Key West auf seinem Welcome-Schild. Wenn man sich das Paradies als Karibik vorstellt, dann dürfte die südlichste Insel der Florida Keys nicht weit davon weg sein. Schon die Anfahrt über den Overseas Highway ist etwas ganz Besonderes. Die Conch Republik, wie sich die Inseln sich selbst nennen, versprühen einen ganz besonderen Flair. Aufgrund der milden Temperaturen und der geringen Niederschlagsmenge, bewirten viele Gastronomen ihre Gäste unter freiem Himmel. Biergartenfeeling in der Karibik und das mit der ersten Happy Hour bereits ab 8 Uhr morgens. Wenn man über den Tag verteilt den ein oder anderen Drink genossen hat, hilft es, dass man in Key West alles zu Fuß erreichen kann. Bevor man den Tag in einer der unzähligen Bars und Kneipen ausklingen lässt, gibt es fast jeden Tag einen traumhaften Sonnenuntergang. Ein Wermutstropfen sind leider die enormen Hotelpreise.