USA 2018 – 19. Tag – Mo. 25.06.2018

Gallup – Santa Fe

Nach einer wirklich guten Nacht in Gullup, ging es nach dem Frühstück auf der Interstate 40 gen Osten. In großen Teilen verläuft die Interstate auf der Trasse der legendären Route 66. So mancher Traum vom großen Geld ist mit dem Ende der Straße geplatzt. Die zum Teil sehr traurigen Zeugnisse, sieht man links und rechts der Straße. Verlassene und verfallene Häuser,  neben vielen alten Reklameschildern aus einer längst vergangenen Zeit. Trotz, oder vielleicht gerade deshalb, wird mit dem Mythos der Straße noch genügend Geld verdient. 

Unser erster Halt des Tages war Albuquerque und die dortige Altstadt. Alt ist hier im wahrsten Sine wörtlich zu nehmen. Schon 1706 wurde die Stadt als spanische Kolonie gegründet und hat heute 560.000 Einwohner. Erst 70 Jahre später proklamierten die USA die Unabhängigkeit von der Krone. Der spanisch / mexikanische Baustil prägt bis heute den Altstadtkern, welcher leider nicht mehr als einige Blocks umfasst. Albuquerque ist eine relativ flache Stadt, es gibt sehr wenige Hochhäuser, weshalb die verbaute Fläche gewaltig ist. Nachdem wir genug gesehen hatten und bei Hooters noch Wings zum Mittagessen hatten, ging es weiter. 

Das heutige Ziel war Santa Fe, die Haupstadt von New Mexiko, welche bereits 1608 gegründet wurde und damit noch einmal fast 100 Jahre älter als Albuquerque ist. „The Roundhouse“ heißt das Capitol des 47. Bundesstaates der USA, welches unweit des Stadtzentrums steht. Entgegen den meisten Capitolen, welche sich häufig am Baustil des Namensgebers in Washington DC orientieren, ist das New Mexico State Captiol rund gebaut. Das einzigartige Bauwerk wurde 1966 eröffnet. In den Gängen und Räumen finden sich viele Dekorationen spiegeln die Kultur und die Geschichte des Landes wieder. Das protzig goldene anderer Capitole fehlt hier komplett, was das Gebäude noch einmal besonderer macht. 

Santa Fe mit seinen nicht einmal 70.000 Einwohnern ist ein kleines Schmuckstück. Wie bereits in Albuquerque ist die Bauweise sehr flach und spanisch / mexikanisch geprägt. Angeblich stehen in Santa Fe die älteste Kirche, sowie das älteste Haus der USA. Wenn man allerdings das Internet dazu befragt, relativieren sich diese Behauptungen schnell. Alles in allem fand ich das Städtchen echt schick.

Sehr positiv überrascht wurden wir beim Abendessen von Chili’s Grill & Bar. Vor allem die als Vorspeise deklarierten Chips mit Guacamole, welche als eigene Mahlzeit gereicht hätten, wussten zu überzeugen. 

Morgen geht es dann zurück nach Colorado und unsere Reise biegt auf die Zielgerade ein.

Distanz: 216 Meilen (348 Kilometer)

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USA 2018 – 18. Tag – So. 24.06.2018

Grand Canyon – Gallup

Alle Versuche das Zimmer deutlich zu kühlen scheiterten und so war an Schlaf kaum zu denken. Bis kurz bevor wir das Licht endgültig ausmachten, versuchten wir mit Hilfe der beiden Ventilatoren Kälte in den überhitzten Raum zu bekommen. Laut der Webseite des Hotels war es die letzte Saison für die Zimmer. Sie werden nach diesem Jahr abgerissen und oder renoviert. Absolut zu recht, wenn ich neben der nicht vorhandenen Klimaanlage an den Röhrenfernseher aus den 80gern denke. 

Wir verließen ohne Frühstück Grand Canyon Village und fuhren auf der 64 nach Süden in Richtung Flagstaff. Als erstes machten wir einen kurzen Stopp beim Lowell Observatorium, hier wurde Pluto entdeckt. Leider gab es gerade keine Tour, uns so fuhren wir zum Frühstücken zu „The Habit Burger“. Der Burger in St. George, vor einigen Tagen, hat uns so geschmeckt, dass wir uns noch einen gönnen wollten. 

Nachdem wir ein kurzes Stück auf der Originaltrasse der Route 66 fuhren, ging es bei Winona (don’t forget Winona) wieder auf die Interstate 40 um sie nach einigen Meilen wieder zu verlassen. Der Meteor Crater war unser nächstes Ziel und diesen gab es für 18 Dollar pro Nase zu besichtigen. Der Crater hat erstaunliche Dimensionen, welche man am Rand stehend gar nicht erfassen kann. Wäre er ein Stadion, könnten 2 Millionen Zuschauer auf 20 Footballfelder schauen. Interessant auch, dass an diesem Einschlagsort zum ersten Mal festgestellt wurde, dass es ein Crater war. Bis dahin ging man immer davon aus, dass diese Erhebungen vulkanischen Ursprungs sind. 

Über Winslow ging es nach Holbrook. Leider wurde das Wigwam Motel, welches in Holbrook direkt an der Route 66 stand, dem Verfall preisgegeben. Wirklich schade, ob der eintönigen Motels links und rechts der Highways, war dies sicher eine Abwechslung. Für uns direkt weiter zum Petrified Forest Nationalpark. Bereits 1998 besuchte ich diesen Park in dem versteinerte Bäume liegen. Zudem gibt es einen Bereich der sich Painted Desert nennt. Der Park lässt sich gut durchfahren und der Umweg hält sich in Grenzen, ein Highlight war er nicht. 

Über die I-40 ging es, nachdem wir uns im Visitor Center noch unseren Stempel abholten, weiter nach Osten. Nach einer Stunde erreichten wir New Mexico und kurz darauf Gallup, unser Ziel des Tages. Abends ging es dann zur Abwechslung zu Panda Express. 

Distanz: 315 Meilen (507 Kilometer)

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USA 2015 – 6. Tag – Mi. 03.06.2015

Kingman – Grand Canyon

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Wie gewohnt ging es gegen sieben aus den Federn und auf die Straße. Wieder auf die Route 66, die zwischen Kingman und Seligman einen Abstecher in die Berge macht. Die I 40 bleibt weiter südlich davon.

Erster Halt war Hackberry und der dortige General Store. Da ich früh dran war, konnte ich in Ruhe Bilder machen ehe die erste Horde Biker einfiel. Der Laden selbst ist einfach genial und gehört für mich zu den Dingen die man auf der 66 gesehen haben muss. Die vielen Gäste haben Geldscheine, Abzeichen, Kennzeichen und alles Mögliche aus der ganzen Welt hier gelassen.

Anders sieht das in Seligman aus. Das Städtchen nennt sich selbst Geburtsort der historischen Route 66 und schlachtet den Kommerz bis auf das letzte aus. Hier steht unter anderem Lilos Café, welches mehrfach im deutschen TV zu sehen war. Da ich solche Dinge nicht anziehend finde, fuhr ich weiter bis Flagstaff

Flagstaff liegt auf 2100 Metern Höhe und kennt, im Gegensatz zu Seligman schon Jahreszeiten. Das Städtchen liegt romantisch in den Bergen. Ich fuhr erst einmal in die Innenstadt und fand auf dem Weg das Galaxy Diner, welches ich dann auch für Mittagessen aufsuchte. Ein ziemlich cooler Laden genauso wie man aus den Filmen wie „Zurück in die Zukunft“ kennt. Nachdem ich mir Pasta genehmigt hatte, ging es nach Norden zum Grand Canyon.

Dass es dort wohl etwas voller sein würde, als beim letzten Besuch war mir klar. Ich wurde nicht enttäuscht, es waren wirklich viele Menschen im Nationalpark. Gott sei Dank ist der Park so groß, dass sich die Menschen gut verlaufen. Ich fuhr zuerst zum Visitorcenter und riskierte einen ersten Blick auf den Canyon. Es ist nicht in Worte zu beschreiben wie klein und unwichtig man sich hier als Mensch vorkommt. Einer Amerikanerin half ich beim Selfie machen. Sie bedankte sich artig und meinte, jetzt hat sie ein gutes Bild. Man kommt hier ja nur einmal im Leben her. Sie hatte einen unglaublich tollen Ausdruck im Gesicht als ich ihr sagte ich wäre zum dritten Mal hier.

Nachdem ich mein Zimmer in der Maswik Lodge bezogen hatte, ließ ich mein Auto stehen und lief zum Canyon. Dort nahm ich den roten Bus nach Hermits Rest. Ich stieg immer wieder aus und machte unzählige Fotos dieses unglaublichen Canyons. Man hat das Gefühl, hinter jeder Biegung sieht er anders aus. Die Dimensionen sind einfach nicht greifbar. Die perfekt organisierten Shuttles machen einfach nur Spaß und jeder Dollar Eintritt ist hier gut investiert! Ich lief einige Kilometer an der Klippe entlang ehe ich mich zum Abendessen zurück in die Lodge aufmachte.

Nach dem Abendessen habe ich mir noch ein Bier geschnappt und mich an den Canyon gesetzt. An Romantik war dieser Moment kaum zu überbieten.

Distanz: 246 Meilen (393 km)

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USA 2015 – 5. Tag – Di. 02.06.2015

Barstow – Kingman

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Get your kicks on Route 66. Das Motto des heutigen Tages. Also ging es kurz hinter Barstow auf die richte alte Route 66. Die meiste Zeit ist die „Mother Road“ direkt neben der Interstate 40. Hier ist dann auch die Straße wirklich sehr holprig. Man hat fast das Gefühl hier liegt noch der erste Asphalt von 1926. Ich hatte mit 40 Meilen schon das Gefühl das mein Auto dies nicht lange mitmacht. Wie sich das erst für die vielen Motorradfahrer anfühlt? Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese wirklich auf der alten Straße fahren. Die meisten werden wohl doch auf der Interstate unterwegs sein.

Bei Ludlow macht die 66 dann einen Schlenker nach Süden bis Amboy. Dort gibt es ein wieder aufgelebtes Cafè und ein kleines Postamt. Immer wieder sieht man neben der Straße verfallene und verlassene Gebäude, hier sind schon einige Träume zerplatzt. Leider ist die Strecke kurz hinter Amboy gesperrt und man muss nach Norden auf die I-40 zurück. Aber man kann an der übernächsten Ausfahrt wieder zurück auf die 66, ehe sie dann 20 Meilen vor Needles mit der Interstate 40 verschmilzt.

Nachdem ich in Needles einen kurzen Stopp machte, ging es weiter in Richtung Kingman. Nachdem man die Staatsgrenze zu Arizona passiert, kann man dann noch einmal auf die alte Route 66 zurück. Hier schlängelt sich die Route 66 romantisch durch die Berge. Für mich eines der schönsten Stücke Route 66.

Als erstes erreicht man Oatman. Vor fünf Jahren waren wir sehr früh in Oatman und bekamen nicht mit wie viele Touristen diese Strecke fahren. Oatman beschreibt sich mit den Worten: „Wo die Zeit stehen geblieben ist“. In was der Ort definitiv auf der Höhe der Zeit liegt: Geld verdienen. Hier geht es nur darum den Touristen die Dollars abzuknöpfen. Dementsprechend überlaufen war es auch. Alles im Mythos der Motherroad Route 66. Nett fand ich ledigliechlediglich die frei laufenden Esel. Ein ganz Neugieriger steckte seine Nase in mein offenes Fenster und wollte wohl etwas von meinen Keksen ab.

Bei Kingman erreicht die 66 dann wieder die Interstate und ich hatte mein heutiges Ziel erreicht. Zum Abendessen ging es dann noch zu Five Guys. Es ist für mich immer wieder unverständlich wie man, wenn man die Möglichkeit hat einen Five Guys Burger essen kann, trotzdem zu MC Donalds gehen kann. Auch wenn die Burger bei Five Guys etwas teurer sind, als bei MC Donalds, ist der Qualitätsunterschied einfach zu enorm.

Distanz: 258 Meilen (413 km)

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USA 2010 – 3. Tag – Fr. 14.05.2010

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Needles – Route 66 – Grand Canyon

Auch die zweite Nacht war bereits sehr früh zu Ende. Wir hatten uns einen Weckruf für 7:00 Uhr bestellt, zu dieser Zeit waren wir aber dann schon auf der Strasse. Von Needles ging es zurück auf die Interstate 40 nach Osten. Nach wenigen Meilen überquerten wir die Grenze zu Arizona und verließen die I-40 um auf einen der letzten Abschnitte der Original Route 66 zu wechseln.

Die Route 66 von Topock nach Kingman schlängelt sich romantisch über wunderschöne Berglandschaften und war ein absolutes Highlight unserer heutigen Etappe. Noch vor 9 Uhr errichten wir die Ortschaft Oatman, welche folgenden Slogan hat: „Oatman, wo die Zeit stehen geblieben ist“. Dies trifft absolut auf das kleine verschlafene Nest zu. Die Ortschaft sieht aus wie vor 100 Jahren. Leider hatten zu früh am Morgen noch keine Geschäfte geöffnet und so machten wir einige Fotos um uns dann wieder auf den Weg zu machen.
Die landschaftlich sehr reizvolle Strecke setzte sich weiter bis zum Sitgreaves Pass fort. Auf der anderen Seite ging es dann auf die Ebene hinunter um dann schnurr gerade nach Kingman zu führen. Am Strassenrand fanden wir immer wieder einsame Briefkästen. In den USA bekommen übrigens sogar ungeteerte Strassen einen Namen.

Als wir gegen 10 Uhr in Kingman angekommen waren, suchten wir zuerst einmal eine Tankstelle auf. Wir hatten etwas zu kämpfen, aber am Ende war unser Tank wieder gefüllt. Es ist für einen Deutschen schon befremdend wenn man zum bezahlen keine Unterschrift und auch keinen Pin benötigt, aber auch daran haben wir uns gewöhnt. Nachdem das Auto gefüttert war, versuchten wir unser Glück beim Mc Donald’s. Leider mussten wir feststellen, dass zu den Frühstückszeiten die regulären Burger nicht verkauft werden und so war es ein kurzweiliger Genuss.

Nach dem Frühstück setzte sich Marcus das erste Mal ans Steuer und es ging weiter auf der Route 66. Von Kingman nach Seligman führt die 66 ein Stück weg von der neuen Interstate 40, auch wenn die Strecke länger ist lohnt sich der Abstecher. Etwa in der Mitte der Strecke findet man den Hackberry General Store. Die ehemalige Tankstelle ist heute eine Anlaufstelle für alle die der Sehnsucht der Route 66 folgen. Rund um den Laden finden sich diverse alte Fahrzeuge und Kuriositäten. Auch der Laden innen ist geschmückt mit alten Emailleschildern, alten Karten und Postern. In einer Ecke findet man eine Weltkarte auf der die Gäste mit Pinnadeln gekennzeichnet haben woher sie kommen. Dazu zieren unzählige Geldscheine aus aller Welt und sogar Polizeikennzeichen aus Deutschland den Laden. Natürlich kann man sich im General Store auch stärken oder ein Souvenir mitnehmen.

Vor dem Laden trafen wir auf eine Gruppe von Rockerdamen, die Stilecht auf ihren eigenen Harley Davidsons unterwegs waren. Die Damen zelebrierten dann natürlich auch Ihre Abfahrt dementsprechend. Es war schon etwas Besonderes eine Gruppe von Rockerinnen zu sehen.

Nachdem wir uns genügend umgeschaut hatten, ging es für uns weiter nach Seligman um dort von der Route 66 zurück auf die I-40 zu wechseln. Wir fuhren weiter bis nach Williams, einem Ort in dem wir 1998 übernachteten. In Williams machten wir einen kleinen Spaziergang durch die Läden. Wir machten dann einen Einkaufsbummel. Anschließend genossen wir in einem kleinen Laden noch fantastische selbstgemachte Burger.

Frisch gestärkt übernahm ich wieder das Steuer um die letzte Etappe für heute anzugreifen. Es ging von Williams gerade aus nach Norden zum Grand Canyon Nationalpark. Es war den ganzen Tag schon kälter als gestern und es regnete sogar etwas, aber nur für einige Minuten. Am Grand Canyon angekommen, kauften wir uns den Jahrespass „Annual Pass“ für alle US Parks für 80 $ das Auto. Da wir ja mehrere Parks anfuhren hat sich die Anschaffung auf alle Fälle gelohnt. Alleine der Grand Canyon kostet 25 $ pro Auto.

Nachdem wir im Park waren, suchten wir zuerst einen Aussichtspunkt auf. Ich hatte versucht meine Mitfahrer auf diesen Blick vorzubereiten, aber dies kann man einfach nicht. Da es ja fast ohne Steigung bis zur Kante des Canyons geht, ist der Blick umso faszinierender weil man sich nicht vorstellen kann das es gleich mehrere hundert Meter nach unten geht. Man kann einfach weder mit Worten, Bildern oder bewegten Bildern erklären was man empfindet wenn man an diesen Blick vor Augen hat.

Da heute Freitag war und wir in einem Nationalpark übernachten wollten, haben wir das Hotel bereits von Deutschland aus gebucht. An Freitagen kommen zu den Touristen auch noch die Amerikaner die in den Nationalparks übernachten. Zudem scheut ein gebranntes Kind das Feuer. 1998 mussten wir einmal bis spät in die Nacht nach einem Hotel suchen, weil im Yosemite Nationalpark alles ausgebucht war. Wir bezogen unser Zimmer in der Maswik Lodge für 105,67 $ und luden das Auto aus.

Zum Abschluss des Tages machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Canyon, der nur fünf Minuten entfernt liegt. Auf dem Rückweg besuchten wir noch den Shop des Nationalparks. Dort gab es dann auch T-Shirts in meiner Größe.

Distanz: 266 Meilen (426 km)

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